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CRE Prüferberechtigung mit und ohne IR

16.12.19 (EASA / EU Regulations, Genehmigungen, LBA, Luftfahrtbehörden, Lizensierung, Luftrecht Allgemein)

im Jahr 2018 hatte das Luftfahrtbundesamt eine wunderbare Überraschung für Flugprüfer parat: das LBA vertrat die Auffassung, dass die Prüferberechtigung nur noch für VfR-Prüfungen gültig wäre, wenn der Prüfer nicht IR-Lehrer (IRI) wäre.

Absurd wurde die Angelegenheit dadurch, dass die Behörde das mal so intern beschlossen hatte. Nicht etwa wurden die Prüfer angeschrieben. Da das LBA eine Prüferliste führt, wäre das wahrscheinlich zu einfach gewesen. Erst so nach und nach sickerte diese Auffassung der Behörde durch.

Die Behörde hat damit argumentiert, dass sich ihre Rechtsauffassung aus der gesetzlichen Grundlage ergeben würde. Das ist so formell auch richtig, die FCL. 1005.CRE setzten tatsächlich als Voraussetzung, dass der Prüfer auch IRI sei.

Allerdings ignorierte diese Regelung vollständig, dass es eine Vielzahl von Prüfern ohne IRI gab, die seit Jahren oder Jahrzehnten Befähigungsüberprüfungen auch für Instrumentenflug abgenommen haben. Diese Prüfer hatten bestandskräftige Anerkennungen des Luftfahrtbundesamtes. Rechtsanwalt Stefan Hinners hat insofern Klage für betroffene Prüfer erhoben. Weiterlesen »

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Fristen und Mindestalter bei der PPL und LAPL-Ausbildung

15.11.19 (Luftrecht Allgemein)

Rechtsgrundlage: Part-FCL, Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3.11.2011

Folgende Fristen gelten für die Privatpilotenausbildung oder die Ausbildung zur LAPL:

Mindestalter als Flugschüler für PPL/LAPL

FCL. 020: Mindestalter für Ausbildungsbeginn PPL; und LAPL: keines

FCL. 020: Mindestalter für den ersten Alleinflug: 16 Jahre

FCL. 200: Mindestalter für Lizenzerhalt PPL und LAPL: 17 Jahre

 

Theorieprüfung für die Privatpilotenlizenz FCL. 025

Voraussetzung für die Anmeldung zur Theorie: Empfehlung der zugelassenen Ausbildungsorganisation (ATO) für die Prüfungsreife.

Gültigkeit der Empfehlung: 12 Monate

Gültigkeit der bestandenen theoretischen Prüfung: 24 Monate

Ein Fach gilt als bestanden, wenn 75 %der erreichbaren Punkte auch erreicht worden.

Die theoretische Prüfung darf viermal wiederholt werden.

Es müssen nur die Fächer wiederholt werden, die nicht bestanden wurden.

Die theoretische Prüfung muss innerhalb von 18 Monaten, gerechnet ab dem Ende des Kalendermonats, in dem der Bewerber erstmals zur Prüfung eingetreten ist, bestanden werden.

Gelingt das nicht, muss er die gesamte Prüfung wiederholen. Vorher muss eine weitere Ausbildung in der ATO absolviert werden.

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Verlängerung von Klassenberechtigungen und Musterberechtigungen Bei PPL- CPL- und ATPL- und UL- Lizenz

10.11.19 (Lizensierung, Luftrecht Allgemein, Ultraleicht)

Immer wieder gibt es Nachfragen, wie die genauen Regelungen für die Verlängerung von Class-Ratings und Type-Ratings sind.

Dies bemisst sich nach den Part-FCL. 700 ff.

Weiter wird immer wieder gefragt, wie das beim UL ist und ob Stunden angerechnet werden.

1. Verlängerung der Klassenberechtigung SEP nach Part-FCL

Die Gültigkeit einer Klassenberechtigung SEP beträgt 2 Jahre, MEP ein Jahr (Part FCL. 740)

Die Verlängerung bemisst sich danach FCL 740.A:

Möglichkeit 1: In den letzten 12 Monaten vor der Verlängerung der Klassenberechtigung:

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Abgelaufene Musterberechtigung SEP / MEP – Auffrischungsschulung

10.11.19 (Luftrecht Allgemein)

Weil dies immer wieder nachgefragt wird – wie funktioniert das, wenn die zu einer Pilotenlizenz nach Part-FCL gehörende Musterberechtigung abgelaufen ist?

Der Ausbildungsleiter einer ATO muss ein Ausbildungskonzept für eine Auffrischungsschulung entwickeln.

Der Maßstab hierfür ist:

  • Fähigkeiten des Antragstellers (gegebenenfalls Checkflug)
  • welche Ausbildung hat er ( PPL oder Prüfer und ATPL-FI?)
  • Welche Flugerfahrung hat er?
  • Welche Flugerfahrung hat er in den letzten Monaten der Gültigkeit?
  • Wie lange ist er nicht mehr geflogen?Das bedeutet: Zur ersten Einschätzung benötigt der Ausbildungsleiter eine Kopie der Lizenz mit der letzten Gültigkeit und die letzten beiden Seiten des Flugbuches.Der Mindestumfang für die Auffrischungsschulung ergibt sich aus den AMC1 FCL.740(b)(1): 
    • Ist die Gültigkeit der Klassen- oder Musterberechtigung weniger als 3 Monate abgelaufen, so bestehen keine zusätzlichen Anforderungen. 
    • Ist die Gültigkeit der Klassen- oder Musterberechtigung mehr als 3 Monate, aber weniger als 1 Jahr abgelaufen, so sind mindestens 2 Trainings-Sessions durchzuführen.
    • Ist die Gültigkeit der Klassen- oder Musterberechtigung mehr als 1 Jahr, aber weniger als 3 Jahre abgelaufen, so sind mindestens 3 Trainings-Sessions durchzuführen.
    • Ist die Gültigkeit der Klassen- oder Musterberechtigung mehr als 3 Jahre abgelaufen, ist die vollständige Ausbildung wie zum Ersterwerb einer Klassen- oder Musterberechtigung durchzuführen

mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Hinners, Rechtsanwälte Brüggemann & Hinners, Hamburg, Spezialist für Luftrecht, Fachanwalt Versicherungsrecht

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Rundflug als Einführungsflug – Gefahr für Luftsportvereine

17.09.18 (Luftrecht Allgemein)

Ein Einführungsflug darf nur durchgeführt werden, wenn er der Werbung neuer Mitglieder dient. Bei einem Luftsportverein dürften dies potentielle Mitglieder sein, die das Fliegen erlernen möchten.

Da ist es natürlich am sinnvollsten, einen Schnupperflug durchzuführen. Wenn man jetzt keinen Fluglehrer zur Verfügung hat und den Interessenten einfach mal somit fliegen lässt, um bei ihm die Faszination des Fliegens zu vertiefen, kann das auch von dem Zweck umfasst sein.

Ungeklärt ist die Frage, ob eventuell auch ein Mitglied ohne Fluglehrer-Berechtigung den Flug durchführen darf.

Grundsätzlich gilt, wenn die Führung des Luftfahrzeugs dem Interessenten überlassen wird, das dann auch eine Fluglehrberechtigung vorliegen muss.

Ansonsten muss der Pilot selbst fliegen, natürlich kann er auch dabei dem Interessenten Begeisterung fürs fliegen vermitteln.

In einem Hinweis der Luftfahrtbehörde Thüringen wird allerdings dringend geraten, Piloten insoweit sorgfältig auszuwählen.

In einem Schadensfall könnte ansonsten der Interessent einwenden, dass den Verein ein erhebliches Auswahlverschulden trifft.

Insoweit auch ein wichtiger Hinweis: Wenn die Flüge nur dazu dienen, in Wirklichkeit Rundflüge durchzuführen, dann wird die Sache kritisch. Das Problem ist aber nicht, etwa von einer Luftaufsicht erwischt zu werden, das geschieht fast nie. Das Problem entsteht dann, wenn es zu einem Unfall kommt, diese Fälle sind gar nicht so selten. Bei der Unfalluntersuchung und den Nachforschungen erklärt der Gast dann natürlich: niemals in seinem Leben hätte er fliegen lernen wollen, er wollte einfach ein Rundflug machen und hat dafür Geld an den Verein bezahlt.

Dann liegt unter Umständen ein illegaler, gewerblicher Passagierflug vor, die Maschine hat gegebenenfalls  keinen Versicherungsschutz und Pilot und Verein haften mit dem ganzen Vermögen.

mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Hinners, Rechtsanwälte Brüggemann & Hinners, Hamburg, Spezialist für Luftrecht, Fachanwalt Versicherungsrecht

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Anforderungen an die Umwandlung einer LAPL-Lizenz in eine PPL-Lizenz

20.08.18 (Luftrecht Allgemein)

Immer wieder tritt die Frage auf, wie viel Aufwand es ist, eine Leicht Flugzeug-Pilotenlizenz / (LAPL-Lizenz) in eine vollwertige Privatpilotenlizenz (PPL) umzuwandeln.

Die Frage ist relativ einfach.

Die Rechtsgrundlage ergibt sich aus der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Kommission vom 3.11.2011, FCL. 210. A., b)

Danach gibt es besondere Anforderungen an Bewerber, die Inhaber einer LAPL (A) sind. Diese müssen mindestens 15 Flugstunden auf Flugzeugen absolviert haben, von diesen 15 Flugstunden dürfen 10 Flugstunden Flugausbildung sein, die in einem Ausbildungslehrgang bei einer ATO absolviert wurden.

Diese Ausbildungslehrgang muss mindestens10 Stunden, davon 4 Stunden überwachten Alleinflug umfassen, davon mindestens 2 Stunden Allein-Überlandflug mit mindestens einem Überlandflug von mindestens 270 km (150 NM) Strecke und 2 vollständig abgeschlossenen Landungen auf anderen Flugplätzen als dem Startflugplatz.

In praktischer Hinsicht sollte der Ausbildungsleiter der ATO dafür Sorge tragen, dass der Bewerber eine aktuelle Prüfungsreife erlangt. Gerade Piloten, die noch die alte nationale Lizenz erworben haben, haben oftmals nicht die Kenntnisse des aktuellen Luftrechts. Auch das Fach „Human Factors“ gab es früher nicht. Bei Piloten, die originär einen LAPL erworben haben, sollte ein Schwergewicht darin liegen, dass Wissen zu vertiefen, insbesondere Funknavigation und das Fliegen unterschiedlicher Luftfahrzeuge.  Weil der LAPL regelmäßig nur zum Fliegen eines Flugzeug-Typs berechtigt, war es oftmals nicht Gegenstand der Ausbildung, was notwendig ist, wenn man sich mit einem neuen Flugzeugtyp vertraut machen möchte.

Also:

Einfach zu einer zugelassenen ATO gehen, 6 Stunden mit Fluglehrer einmal alle Übungen, die auch in der Prüfung gefordert werden durchgehen, bis alles „sitzt“, dann noch 4 Stunden Alleinflug mit Flugauftrag des Fluglehrers absolvieren, gegebenenfalls noch einmal 2 Theoriestunden Luftrecht buchen und danach einen Prüfungsflug mit einem PPL-Prüfer.

Mitgeteilt von Stefan Hinners, Ausbildungsleiter von Canair Flight Training, Hamburg

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Ein oder zwei 8,33 kHz Funkgeräte für IFR-Flüge?

17.04.18 (Luftrecht Allgemein)

Im Moment gibt es völlig widersprüchliche Auskünfte und Behauptungen, welche Anforderungen an ein Luftfahrzeug für die IR – Tauglichkeit gestellt werden müssen.

Etliche Werftbetriebe behaupten, es müssten zwei 8,33-Kilohertz-taugliche Funkgeräte installiert und betriebsbereit sein.

Es sei dahingestellt, ob dies im Eigeninteresse, aus Vorsicht oder aus Unkenntnis heraus geschieht. Die augenblickliche Rechtslage sie tatsächlich wie folgt aus:

Im gewerblichen Luftverkehr und im Flugbetrieb mit komplexen Luftfahrzeugen sind nach Ansicht der Aufsichtsbehörden zwei 8,33 kHz Funkgeräte vorgeschrieben. Im nichtgewerblichen Verkehr (NCO) ergibt sich aus der VO (EU) Nr. 800/2013, dass nur ein 8,33 kHz-Funkgeräte notwendig ist.

Das zweite Funkgerät darf einen Kanalabstand von 25 kHz haben.

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Hinners, Spezialist für Luftrechtsfragen, Rechtsanwälte Brüggemann & Hinners, Hamburg

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CVFR mit LAPL? – Darf man mit dem LAPL in den Luftraum „C“?

20.11.17 (Luftrecht Allgemein)

Würde jemand noch eine alte nationale Lizenz ohne CVFR Berechtigung besitzen, dürfte er nicht in den Luftraum “ C“ einfliegen. Hierzu bedurfte es eben der alten CVFR Berechtigung. Dies war eine nationale Berechtigung, die es nur in Deutschland gab. Allerdings waren die alten Lizenzen befristet und sind zwischenzeitlich entweder abgelaufen und damit ungültig oder sie wurden zwischenzeitlich in eine europäische Lizenz umgewandelt.

Mit Inkrafttreten der europäischen Lizenzierungsregeln Part FCL gemäß der V. 1178/2011 der Kommission vom 3. November 2011 ist das europäische Lizenzwesen europaweit einheitlich geregelt worden. Eine besondere Berechtigung für den Einflug in bestimmte Lufträume gibt es nach europäischen Recht nicht.

Wer also eine nach Part-FCL ausgestellte Lizenz, also beispielsweise einen LAPL besitzt, ist grundsätzlich berechtigt, ( natürlich unter Beachtung der dafür geltenden Regeln und Beschränkungen) sämtliche Lufträume zu befliegen.

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Hinners, Fachanwalt für Versicherungsrecht Spezialist für Luftrechtsfragen,

Rechtsanwälte Brüggemann & Hinners, Hamburg

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Vereine aufgepasst – Gefahr von Schäden durch Flugbetriebsordnung – Haftung eines Vereins

09.10.17 (Luftrecht Allgemein)

Ein Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz gibt Anlass, darauf hinzuweisen, dass Vereine den Wortlaut von Flugbetriebsordnungen (FBO´s) sorgfältig prüfen und überdenken sollten.

Was war geschehen? Ein Vereinsmitglied hat nach 4,5  Stunden Flugzeit festgestellt, dass die Tanks der PA 28 des Vereins keinen Sprit mehr enthielten. Bedauerlicherweise war das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Boden, sondern in 2000 Fuß Höhe über Stadtgebiet. Eine Notlandung endete für die Insassen glücklich, aber das Luftfahrzeug war Totalschaden.

Der Kaskoversicherer hat den Kaskoschaden erstattet, obwohl eine grob fahrlässige Schadensverursachung vorlag, weil die grob fahrlässige Schadensherbeiführung nicht durch den Vorstand verschuldet wurde. In einem solchen Fall muss der Versicherer leisten, kann aber Regress beim Mitglied nehmen, was dann auch geschah.

Im Laufe des Prozesses (kurz vor der Urteilsverkündung zu seinen Lasten) erklärte der Beklagte, dass in der Flugbetriebsordnung eine Haftungsbegrenzung enthalten sei. Dieses war dem Versicherer nicht bekannt und auch der Verein war völlig überrascht von dem Einwand. Weiterlesen »

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Verlängerung der Gültigkeit der UL-Lizenz (Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer)

08.09.17 (Gutachten, Rechtslage, LBA, Luftfahrtbehörden, Lizensierung, Luftrecht Allgemein, Ultraleicht)

Die Lizenz für Ultraleicht Flugzeuge wird seit 2015 mit einer unbegrenzten Gültigkeitsdauer ausgestellt.

Allerdings muss der Pilot, wenn er die Rechte aus der Lizenz wahrnehmen will, bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die ganz ähnlich sind wie die für die PPL-SEP Lizenz/Berechtigung.

Er muss nämlich gewisse Flugstunden nachweisen und einen Übungsflug mit einem Fluglehrer.

Entscheidend ist:

Der Übungsflug für SEP nach Part-FCL wird nicht als Übungsflug für Luftsportgeräte anerkannt.

Der Übungsflug nach § 45 LuftPersV muss also auf einem UL durchgeführt werden.

Allerdings ist es möglich, den Übungsflug durch einen Flug mit einem Flugprüfer auf einem einmotorigen Landflugzeug zu ersetzen.

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