StandardDie LAPL-Lizenz ist für viele Piloten noch Neuland. Insbesondere die Regelung, dass die Lizenz scheinbar unbegrenzt gültig ist.

Wenn der Pilot eine PPL hat und die LAPL mit eingetragen ist, ist der Eintrag SEP in der Pilotenlizenz missverständlich. Der gilt für den LAPL natürlich nicht. Dies kann zu Problemen führen, wenn der Pilot z.B. wegen eines ausgelaufenen Medicals Klasse II auf der LAPL-Lizenz fliegen will.

Der Inhaber einer LAPL darf nämlich nur die Flugzeugklasse und Baureihe fliegen, auf der er seine praktische Prüfung abgelegt hat. Für eine Erweiterung der Rechte auf eine andere Klasse muss er eine Flugausbildung und eine Prüfung ablegen, für die Erweiterung der Rechte auf eine andere Baureihe muss er eine Unterschiedsschulung und ein vertraut machen absolvieren (Part-FCL.135.A)

Dieses muss dann in das Flugbuch des Piloten oder ein gleichwertiges Dokument eingetragen und vom Lehrberechtigten unterzeichnet werden.

Dies bedeutet: der Pilot darf nicht jedes Luftfahrzeug dieser Klasse fliegen, sondern eben nur die Baureihe, auf die er eingewiesen wurde. Dieses unterscheidet den LAPL von der normalen PPL- Lizenz. Mit einer PPL muß der Pilot mit einer anderen Baureihe vertraut gemacht werden. Beim LAPL muß eine Schulung erfolgen.

Wenn also jetzt ein Pilot schon alle möglichen Flugzeug-Baureihen im Rahmen seiner PPL (nach Vertrautmachen) geflogen hat, berücksichtigen viele nicht, daß das nicht so weitergeht, wenn sie (wg. des länger laufenden LAPL-Medicals) auf der LAPL-Lizenz fliegen.

Das ist ein fataler Irrtum: sie dürfen eben nur die Baureihe fliegen, auf die sie geschult wurden.

Außerdem: Da es bei der LAPL-Lizenz keine Klassenberechtigung gibt, gelten auch die Regeln über die Verlängerung der Klassenberechtigung nicht.

Dieses regelt sich bei dem LAPL nach FCL.140. A:

Der Lizenzinhaber muss in den letzten 24 Monaten vor dem beabsichtigten Flug 12 Flugstunden einschließlich zwölf Starts und Landungen als PIC und zusätzlich eine Auffrischungsschulung abgeleistet haben.

Jetzt gibt es Lizenzinhaber, die einen Übungsflug durchgeführt haben, ihre Klassenberechtigung PPL ist gültig, die aber in den letzten 24 Monaten keine zwölf Flugstunden absolviert haben.

Es gibt bei dem LAPL also zwei böse Fallen: man darf nur die Baureihen fliegen, auf die man von der Flugschule im Rahmen einer Ausbildung geschult wurde und man muß neben der Auffrischungsschulung immer 12 Flugstunden / 12 Starts/Landungen innerhalb der letzten 24 Monate vorweisen, wenn man fliegen will.

mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Hinners, Rechtsanwälte Brüggemann & Hinners, nähere Informationen unter www.brueggemann-hinners.de, weitere Rechtsprechung zum Luftrecht www.luftrecht24.de


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